Die Idee zu diesem Artikel kam mir, weil es seitens der Chefredaktion hieß: Habt ihr Vorschläge zum Muttertag? Beim Heimfahren hab ich mir dann überlegt, was es für mich überhaupt heißt, Mama zu sein...
Das ist dabei herausgekommen:


Einmal im Jahr feiern wir den Muttertag. Aber Mutter ist man 365 Tage im Jahr, 86.400 Sekunden pro Tag. Mama ist man einfach rund um die Uhr.
Was es bedeutet Mutter zu sein, kann ich nur für mich beantworten: Es bedeutet, sich selbst nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen, weil da plötzlich jemand ist, der den Platz der Nummer Eins ganz selbstverständlich für sich beansprucht. Eine Miniversion von einem selbst. Das witzige daran: Es stört einen selbst nicht die Bohne, dass das so ist. Spätestens, wenn man das kleine Wesen zum ersten Mal im Arm hat, ist man unwiderruflich verloren. Zumindest sollte das die Norm sein. Bei mir war es so. Ich habe mich ab der ersten Sekunde, ab der ich wusste, dass ich ein Baby bekomme, auf dasselbe gefreut. Auch wenn ich Angst davor hatte, dass ich keine gute Mutter sein würde.
Mittlerweile ist meine Tochter 22 Jahre alt – und für mich noch immer das genialste Wesen auf diesem Erdboden. Zwischen ihrem ersten Schrei und jetzt ist viel Wasser die Donau hinuntergeflossen. Es gab in diesen Jahren viele Tränen, große und kleine Ängste und Sorgen, aber auch viel Freude und vor allem eines: Liebe und Vertrauen.
Das erste Mal gespürt, wie lieb ich das kleine Monster eigentlich wirklich habe, war ein paar Tage nach ihrer Geburt. Eine Untersuchung beinhaltet den sogenannten „Fersenstich“ beim Baby. Keine große Sache. Aber dieser Moment, wo der Arzt sie gestochen hat, hat sich eingeprägt. Ich hätte ihn in der Sekunde, als sie angefangen hat zu weinen, töten können. Der Mistkerl hatte meinem kleinen Mädchen weh getan?! Damals musste ich sehr an mich halten ihm nicht auch weh zu tun. Und auch die Tränen konnte ich nur mit Mühe zurückhalten. Da wusste ich: Tut jemand meiner Kleinen weh, werde ich ihm auch weh tun. Ganz sicher. Und tausendmal mehr als er ihr.
Meine Tochter ist jetzt 22. Sie steht kurz davor, ins Berufsleben einzusteigen und braucht mich definitiv nicht mehr. Umso schöner ist es, dass sich eine Freundschaft entwickelt hat. Ich bin ihre Mutter, aber trotzdem auch eine Vertraute. Natürlich gibt es Dinge, die sie mit ihren Freundinnen bespricht – was auch gut ist, weil ich wirklich nicht alles wissen möchte. Trotzdem weiß sie, brennt der Hut, bin ich für sie da. Immer. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das war auch immer der Deal: Hast du Scheiße gebaut, sei ehrlich. Ich werde dich vielleicht fragen, ob dir wer ins Oberstübchen gestiegen ist, aber ich werde dir auch helfen. Das weiß sie. Und auch, wenn viele Freunde mich für verrückt erklären, weil ich sie auch mit 22 Jahren noch nachts von Festen hole und nach Hause bringe, damit ich weiß, sie liegt sicher in ihrem Bett: Leute, ich bin nicht nur einen Tag Mama. Sondern wirklich 365 Tage im Jahr, manchmal sogar 366. Und: ich bin es wahnsinnig gerne!

Der Mann: Heroischer Kämpfer. Ernährer und Oberhaupt der Familie. Sexy. Männlich. Ein Alpha-Tier. Das wären die Eigenschaften, die einen echten Mann ausmachen. Sagt man.
Aber gibt es diesen Mann wirklich? In meinen 45 Jahren habe ich doch schon einige Vertreter dieser Gattung kennengelernt. Oft wollen sie ein richtiger Mann sein.
Aber was macht ihn wirklich aus? Fast alle Männer, die ich kenne, haben ihre Eigenheiten. Dazu gehört es zum Beispiel Arbeitskleidung ihr Eigen zu nennen. Wird sie benötigt, wird sie schnellstens gezückt und angezogen. Dann kann man ans Werk gehen: Je nach Alter und Herkunft im schicken Blaumann oder auch in der moderneren schwarzen Arbeitshose mit vielen Taschen und dazu passendem Gilet. Während Frau ihren Rasen in Jeans mäht, sieht man dem Mann in seinem Dress die Wichtigkeit seines Tuns an. Frau braucht also erst gar nicht zu fragen, was er denn da macht. Er arbeitet selbstverständlich!
benfalls eine typisch männliche Angewohnheit: Die Planung. Jawohl meine Damen! Wenn ein Mann sagt, dass er etwas erledigt, dann macht er das auch! Man muss ihn nicht alle paar Monate daran erinnern! Manche Dinge müssen eben von langer Hand geplant werden. Um dann auch richtig ausgeführt werden zu können. Schmeißt Frau bis dahin die Nerven, ist das ihr Problem. MANN hätte das Problem effizienter gelöst. Gezielt und geplant eben! Und selbstverständlich im standesgemäßen Outfit.
Auch die Jagd ist eine Angewohnheit, die fast jedem Mann innewohnt. Ist es in jungem Alter die Frau, hinter der er herjagt, wird es im gehobenerem Alter das gute Essen. Ab und zu blitzt aber auch noch der alte Jäger auf, wenn eine hübsche Kellnerin seinen Weg kreuzt. Fast könnte man dann den alten Charme erahnen, den er eigentlich wirklich besitzt. SOLANGE Frau ihm das Futter auch brav serviert. Ansonsten könnte es sein, dass er sich in einen alten Brummbären verwandelt.
Apropos Brummbär: Ich kenne kaum einen Mann, der Tochter oder Enkelin widerstehen kann. Hat das junge Gemüse es drauf, fressen Papa oder Opa ihr aus der Hand. Manchmal vielleicht brummend. Aber doch mit viel Herz. Das nämlich ist es, was den Mann wirklich ausmacht. Dass er alles, was er macht - egal ob sofort oder in drei Monaten, in Blaumann oder Anzug - mit ganzem Herzen tut. Heroisch. Sexy. Ein Alphatier.
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